Salesianer Don Boscos verabschieden sich aus Buxheim

Marianum in BuxheimMünchen/Buxheim, 23./24.11.2019 – Die Salesianer Don Boscos werden sich zum 15. August 2020 aus der schwäbischen Gemeinde Buxheim bei Memmingen (Landkreis Unterallgäu, Bayern) im Bistum Augsburg zurückziehen und ihre dortige Ordensniederlassung aufgeben. Diesen Beschluss gab der Provinzial der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos, Pater Reinhard Gesing SDB, an diesem Wochenende bekannt. Gleichzeitig wurde die Entscheidung in der von den Salesianern Don Boscos betreuten Pfarrei St. Peter und Paul in den Sonntagsgottesdiensten mitgeteilt.

Der Rückzug aus Buxheim, wo seit über 90 Jahren Ordensmitglieder in der Schule, Pfarr- und Jugendseelsorge, Schulpastoral und Krankenhausseelsorge tätig sind, bedeutet für die Ordensgemeinschaft ebenso wie für die Menschen, mit denen und für die sie in den vergangenen Jahrzehnten gearbeitet haben, einen großen Einschnitt. „Dieser Schritt, den wir auch schon an anderen Standorten unserer Provinz gehen mussten, ist für die betroffenen Menschen, aber auch für unsere Gemeinschaft sehr schmerzlich. Wir müssen und wollen jedoch unsere Standorte reduzieren und konzentrieren, um das Don-Bosco-Werk in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten“, so der Provinzial.

Seinen Beschluss begründete der Ordensobere der Salesianer Don Boscos in Deutschland mit dem zahlenmäßig starken Rückgang und der Altersstruktur der Ordensmitglieder: „Um im Sinne Don Boscos junge Menschen zu begleiten, ihnen Angebote für ihre spirituelle Bildung zu machen und mit ihnen gemeinsam Perspektiven für ihre Zukunft zu entwickeln, bedarf es eines personalen Angebots und der Anwesenheit und Mitarbeit von Mitbrüdern, die wir in Zukunft nicht mehr stellen können. Das tut uns sehr leid“, so Provinzial Pater Reinhard Gesing.

Seit 1926 in Buxheim tätig

Die Salesianer Don Boscos sind seit 1926 in Buxheim tätig. Damals errichteten sie in einem Teil des ehemaligen, Anfang des 15. Jahrhunderts gegründeten Kartäuserklosters zunächst ein Gymnasium mit Internat für den Ordensnachwuchs. Diesem Anliegen diente die Niederlassung viele Jahre lang. Mit dem Schuljahr 1970/71 konnten auch externe Tagesheimschüler und ab 1983/84 auch Mädchen in die Schule aufgenommen werden.

Nachdem die ordenseigenen Lehrkräfte immer mehr zurückgingen, wurde das Gymnasium Marianum 1996 vom Schulwerk der Diözese Augsburg übernommen. Ins Internat wurden später neben Gymnasiasten auch Wirtschafts-, Real- und Hauptschüler aufgenommen. Im Jahr 2011 wurde das Internat geschlossen und das Gebäude ebenfalls an das Schulwerk der Diözese Augsburg übertragen.

Derzeit leben und arbeiten mit Pfarrseelsorger Pater Xaver Berchtold, Direktor Pater Erhard Staufer, Gymnasiallehrer und Schulseelsorger, sowie Pater Michael Stutzig, Pfarrer in der Pfarrei St. Peter und Paul, noch drei Ordensmitglieder am Standort Buxheim. Alle drei Salesianer werden Buxheim zum Sommer verlassen und andere Standorte der Salesianer Don Boscos in Deutschland verstärken.

Dank für jahrelange Begleitung und Unterstützung

„Wir Salesianer Don Boscos und ich persönlich schauen voller Dankbarkeit auf unsere Zeit in Buxheim zurück und bitten um Verständnis für die getroffene Entscheidung, die uns nicht leichtgefallen ist. In all den Jahren unseres Wirkens haben wir hier eine sehr große Wertschätzung erfahren und wurden durch viele engagierte Menschen intensiv begleitet und unterstützt.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Pfarrei und den Verantwortlichen im Bistum war stets von einem hohen Maß an Vertrauen und Miteinander geprägt. Und wir freuen uns, dass mit dem Freundeskreis des Marianums Buxheim und der Ortsgruppe der Salesianischen Mitarbeiter/innen Don Boscos auch weiterhin Menschen vor Ort sein werden, die das Anliegen Don Boscos leben und weitervermitteln wollen“, erklärte P. Reinhard Gesing.

Neben der kanonischen Schließung ihrer Ordensniederlassung bereitet die Ordensgemeinschaft derzeit in enger Absprache mit der Gemeinde Buxheim auch den Verkauf des ihr gehörenden Teils der teilweise unter Denkmalschutz stehenden Klosteranlage vor, die an die kunsthistorisch bedeutenden Gebäude der ehemaligen Reichskartause Buxheim angrenzt. Bei ihren Veräußerungsbemühungen ist es den Salesianern Don Boscos wichtig, auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden und neben lokalen Aspekten auch soziale Kriterien zu berücksichtigen.

"Ein Verlust für die Kirche von Augsburg"

Was die Schließung der Niederlassung für die Seelsorge vor Ort bedeutet, steht noch nicht fest. Die Pastorale Raumplanung der Diözese Augsburg sieht vor, die Pfarrei St. Peter und Paul-Buxheim mit der Pfarreiengemeinschaft Memmingen zusammenzuführen. Derzeit wird in Gesprächen abgestimmt, ob dieser Schritt bereits zum 1. September 2020 erfolgen kann.

„Anlässlich der Bekanntgabe der Schließung der Niederlassung in Buxheim ist es mir ein großes Anliegen, dem Orden für die so wertvolle Arbeit in den vergangenen fast hundert Jahren herzlichst zu danken. Die Salesianer haben in der Pfarrseelsorge und insbesondere auch in der Jugendarbeit wertvolles geleistet. Sie haben ganze Schülergenerationen geprägt und damit weit über Buxheim und Memmingen hinaus gewirkt. Die Salesianer und Buxheim: Für viele ist das in den vergangenen Jahrzehnten zu einer festen Namenskombination geworden. Das eine war ohne das andere nicht zu denken. Umso mehr ist die Schließung auch ein Verlust für die Kirche von Augsburg. Deshalb bleibt uns nur, den Salesianern Gottes Segen für die Zukunft zu wünschen – im Vertrauen auf künftige Zeiten mit mehr Priester- und Ordensberufungen als heute“, so der Augsburger Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier in einer Stellungnahme.

Presseinformation vom 23.11.2019 RefÖA/kh

 

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