Urlaub mal anders – Marianum Buxheim "mit Don Bosco unterwegs"

Buxheim - Anfang August machten sich 51 Personen, darunter Familien, deren Kinder das Gymnasium Marianum besuchen oder bei den Ferienfreizeiten dabei sind, sowie Pfarreiangehörige und Freunde Don Boscos, auf den Weg nach Italien zum Colle Don Bosco. Eine Familie berichtet über die Fahrt:

Zugegeben – beim ersten Lesen des Programms für unsere Woche in Italien wurde es vor allem uns Eltern ein bisschen mulmig. Urlaubsfeeling? Wir fragten uns eher, ob wir uns mit den Kindern nicht ein bisschen viel vorgenommen hatten – 7 Uhr Morgengebet – das hört sich für unsere erste Urlaubswoche nach sportlichen Zielen und 6 Uhr Aufstehen an. Der dann lapidare Kommentar unserer Kinder: „Naja, dafür könnt ihr ja um halb neun ins Bett gehen!“ Wir Eltern beschließen, vielleicht mal den einen oder anderen Programmpunkt ausfallen zu lassen.

Ein bisschen müde, aber neugierig und gespannt, wie die Woche verlaufen wird, starten wir dann am Montagmorgen unsere Reise. Schon beim ersten Halt in Zillis sind die Kinder neugierig auf die alte Kirche. Anhand der Informationen von Pater Staufer wissen wir, dass die Decke schon fast tausend Jahre alt ist und, dass es ganz unterschiedliche Bilder zu bestaunen gibt. Mit Spiegeln bewaffnet ist es eine tolle Erfahrung mal aus einer anderen Perspektive Seeungeheuer, Könige und schließlich auch Bilder aus biblischen Erzählungen zu entdecken. „Ich sehe was was du nicht siehst“ mal anders!

Über eindrucksvolle Berge geht die Reise weiter und die Kinder beschäftigen sich mit dem Zählen von Wasserfällen und kleinen Spielen. Zum Mittagessen gibt es Picknick auf einer Autobahnraststätte. In Windeseile sind viele fleißige Hände damit beschäftigt, ein leckeres Essen vorzubereiten. Würstle auf dem Parkplatz und ein kleiner Plausch mit den LKW-Fahrern um uns herum machen sogar die Pause zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Dienstag – auf zum Colle Don Bosco

Früh am nächsten Morgen sind wir bereit. Nach gemeinsamem Morgengebet und Frühstück erwartet uns der Bus und wir fahren los Richtung Becchi. Mit Tanz und Musik werden wir schon herzlich willkommen geheißen und erhalten auch gleich noch unseren „Pilgerrucksack“, der uns die nächste Zeit begleiten wird. Es erwartet uns eine lustige Einführung in das Leben Giovanni Boscos in Form eines selbst dargestellten Theaterstückes. Wir besuchen das Elternhaus und die große Basilica di Don Bosco. Unsere Kinder sind begeistert von den Artefakten im Missionsmuseum und stehen staunend in der Kirche, „die aussieht wie ein Schiff“.

Auch Wochen später bleibt in Erinnerung – „Salesianer gibt es fast überall, wo es Coca Cola gibt!“ Am Nachmittag laufen wir bei nicht gerade kühlen Temperaturen den Schulweg, den Giovanni Bosco gehen musste. Zwischendurch bietet sich da eine Erfrischung unter laufendem Wasserhahn an. Wir Eltern wundern uns nur ein bisschen, dass unsere Kinder den Weg ohne eine Klage und in bester Laune laufen – am Ende wartet schließlich ein Eis, das nach diesem Weg wirklich verdient ist.

Mittwoch – Feiern und staunen im Valdocco

Der Mittwochvormittag gehört uns und wir machen uns zu Fuß auf, Avigliana zu entdecken und, um ehrlich zu sein – wir Eltern sehnen uns nach einem leckeren Cappucino. Am Nachmittag werden wir im Valdocco in Turin erwartet. Wieder stimmen wir uns mit einem Theaterstück auf den Ort und das Leben Giovanni Boscos ein. Bewundernd nehmen wir wahr, wie groß dieses Gelände gewachsen ist und was für eindrucksvolle Arbeit hinter diesen Mauern steckt. Gemeinsam mit den anderen Gruppen feiern wir einen Gottesdienst in der Franz von Sales Kirche – für unseren „Großen“ wird sein Minidienst in dieser Woche lange unvergesslich sein!

Im Anschluss treffen wir uns bei Pizza, Fußball, Tischkicker und netten Gesprächen zum Begegnungsfest. Höhepunkt ist die Vorführung, die jede Gruppe spontan einbringt. Mit einem besinnlichen Abschluss verlassen wir das Valdocco und machen uns auf den Rückweg nach Avigliana. Am Abend lehnen unsere Kinder entschieden ab, irgendetwas auszulassen. Sie finden die Tage „voll cool“ und freuen sich schon auf das, was noch kommt.

Freitag – Stadtralley und Juventus Turin

Bisher haben wir die Tage sehr genossen und schon einiges über das Leben und Wirken von Giovanni Bosco erfahren. Immer wieder beeindruckt uns auch die hier gelebte Philosophie Don Boscos und, wie toll die Themen besonders für Kinder und junge Menschen aufbereitet werden. Wir stehen nicht an Gedenkstätten, sondern spüren: Hier wird miteinander gelebt, gelacht, gespielt und gebetet. Eine besondere Erfahrung für unsere ganze Familie.

In diesem Sinne entdecken wir am Freitagvormittag bei einer Stadtrallye Turin. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, sie rätseln, suchen und versuchen, jede der spannenden Aufgaben zu lösen. Leider ist die Zeit etwas knapp und wir können das Geheimnis nicht ganz lüften. Aber es erwartet uns ja noch etwas ganz Besonderes – ein Besuch im Stadion von Juventus Turin. Besonders spannend: der Garderobenplatz von Ronaldo!!! - und die vielen glänzenden Pokale, die im Museum zu bewundern sind.

Wieder zurück in Avigliana nutzen die Kinder den letzten Abend noch, um lange draußen zu spielen.

Unsere Unterkunft war in Avigliana, wo wir sehr herzlich von Don Franco Lotti begrüßt und empfangen wurden. Die Lage des Hauses direkt am See hat allen gut gefallen. Die Kinder konnten sich mit Baden, Tischkicker, viel Fläche im Freien bei Fußball und sonstigen Spielen gut austoben. Am Abend luden Tische und Bänke zu einem gemütlichen Hock bei einem Gläschen Wein ein. Die Aussicht auf Sacra San Michele und den See war fantastisch. Bei der Mariengrotte trafen wir uns zum Morgengebet und zur Guten Nacht.

Selbst gestaltetes Morgengebet

Zwei Mamas gestalteten spontan ein Morgengebet, wie folgt:

„Alle in einem Boot“ - Wir haben in dieser Woche das Leben Don Boscos und seine Wirkungsstätten kennengelernt und es etwas nachspüren dürfen. Ein für mich besonders bleibender Moment war der Besuch der Basilika auf dem Colle mit Pater Heinz Menz SDB. Diese Kirche schaut im Inneren aus wie der Rumpf eines Schiffes. Vorne, sozusagen als „Kapitän“, der riesengroße (6m!) Christus mit seinen ausgebreiteten Armen. Die Kirchenbänke für die Gottesdienstbesucher sind genau dort, wo auf einem Schiff die Ruderbänke für die Besatzung sind. WIR sitzen also auf diesen Ruderbänken. Und wir alle sind aufgefordert, zu rudern. Wir sollen herausfinden, was jeder einzelne von uns tun kann, damit das Schiff - unsere Kirche, unsere christliche Gemeinschaft- sich bewegt und vorankommt.

Dabei kommen wir nicht umhin, uns mit der Frage auseinanderzusetzen: „Was hat Gott gerade MIR für eine Aufgabe gegeben?“ Und jede Aufgabe oder Begabung ist wichtig, egal, wie groß oder klein sie erscheinen mag. Und wenn man merkt, ja, dies könnte meine Aufgabe sein, dann sollen wir dieses Ziel beharrlich verfolgen. So wie Don Bosco. Sein Berufungstraum ließ ihn nie mehr los und erst im Laufe der Jahre erschloss sich ihm nach und nach der ganze Inhalt seines Traums. Aber mit Mut und dem festen Vertrauen auf Maria, Hilfe der Christen, ging er seinen Weg, der wahrlich kein einfacher war, wie wir in dieser Woche erfahren durften.

Don Bosco schaffte es jedoch stets, bei seinen Jungen Freude und Begeisterung für Gott zu wecken. Dies gelingt oft am besten, indem wir nicht nur „trocken“ darüber reden – was natürlich auch notwendig ist – sondern, wenn wir unseren Glauben bestmöglich vorleben, jeder mit seinen je eigenen Fähigkeiten. Somit kann uns Don Bosco in vielerlei Hinsicht ein Vorbild sein: Mit Freude, Sanftmut und Liebe das Schiff unserer Kirche, unseres Glaubens, gemeinsam durch die Zeiten zu steuern, zu „rudern“, im festen Vertrauen auf unseren „Kapitän“ – unseren Herrn Jesus Christus – und auf Maria, Hilfe der Christen.

Ein großer Dank gebührt P. Johannes Kaufmann SDB und P. Heinz Menz SDB mit ihrem Team am Colle. Wir wurden so herzlich begrüßt und mit viel Freude ideenreich für Jung und Alt in diesen Tagen begleitet.

Fotos und Text: Luise Schwegler SMDB und P. Erhard Staufer SDB