Wer zum Priester Gottes berufen,
sein Ja gesagt hat,
hat keinen Grund zu trauern,
wohl aber fröhlich zu sein.
Don Bosco


Jesus Christus, der auferstandene Herr,
hat unseren lieben Mitbruder
P. Siegfried Schäffler SDB,
Bischöflicher Geistlicher Rat
am 14. November 2011 im Alter von 96 Jahren
zu sich in die ewige Heimat gerufen.

 

Das Requiem findet statt am Freitag, 18. November 2011 um 11.00 Uhr in der Pfarrkirche in Buxheim. Daran schließt sich die Beisetzung auf dem Friedhof der Gemeinde Buxheim an. Den Totenrosenkranz beten wir am Donnerstag, 17. November 2011 um 17.30 Uhr in der Kartausenkirche Buxheim.

 

Ein langes und wahrlich erfülltes irdisches Leben ist zu Ende gegangen. An vielen Stationen und in vielen Aufgaben hat P. Schäffler als Salesianerpriester treu und mit vollem Einsatz den Menschen, besonders den jungen Menschen gedient. Er hat damit auch das Leben anderer zu einem gelingenden und erfüllten Leben werden lassen. So wird es wohl sein Lebensmotto gewesen sein, was als sein Ausspruch auf einer Karte des Martins-Verlags in Buxheim steht: „Es gibt für uns Christen nichts Schöneres und Beglückenderes, als einander um Christi willen Licht zu sein in der Finsternis und Kälte, die uns umgibt.“

P. Siegfried Schäffler wurde geboren am 7. Juni 1915 in Ulm an der Donau. Er wuchs zusammen mit vier Geschwistern, von denen ein Bruder ebenfalls Salesianer Don Boscos wurde, auf. In Schwäbisch Gmünd besuchte er von 1922 bis 1926 die Volksschule und anschließend bis 1931 das Realgymnasium. In diesem Jahr fand der erste Kontakt mit den Salesianer Don Boscos
statt. Und so folgte der Besuch des Gymnasiums der Salesianer Don Boscos in Fulpmes in Tirol. Im Jahre 1933 trat er in das Noviziat in Ensdorf ein, das er mit der Profess am 29. Juli 1934 abschloss. Das Abitur legte er 1937 in Burghausen ab. Nach dem Arbeitsdienst konnte er von 1937 bis 1940 die Philosophisch-Theologische Hochschule in Bamberg besuchen. 1940 wurde er zur Sanitäts-Ersatzabteilung nach Bad Kissingen einberufen. Im Winter erhielt er Studienurlaub zum Abschluss seiner theologischen Studien. Am 23. Februar 1941 wurde er in Würzburg zum Priester geweiht. Es folgte wieder der Militärdienst bis 1945; in Russland wurde er 1943 schwer verwundet. An dieser schweren Verwundung hatte P. Schäffler bis zum Lebensende zu tragen. Im Juli 1945 wurde er aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen.

So konnte er endlich als Salesianer Don Boscos seiner wirklichen Berufung nachgehen und als Studienleiter im Josefsheim und ab 1947 im Canisiusheim in Bamberg für die jungen Menschen arbeiten. Die Obern erkannten wohl bald auch seine Fähigkeiten in der Führung und Leitung. Und so wurde er bereits im Alter von 34 Jahren 1949 zum Direktor des Canisiusheimes ernannt. Mit derselben Aufgabe wurde er 1953 in Buxheim betraut. Dieses Amt hatte er 12 Jahre, mit einjähriger Unterbrechung bis 1966 inne. In seiner Amtszeit wurden in Buxheim das Internatsgebäude und der Oberstufenbau errichtet. Dies war die Voraussetzung
dafür, das im Jahr 1964 das Pro-Gymnasium Buxheim zum Vollgymnasium ausgebaut werde konnte. Daneben wurde P. Schäffler vom Provinzial immer wieder mit Sonderaufgaben wie Bildungsarbeit für die Mitbrüder, Volksmissionen und Exerzitienpredigten betraut. Nach der Zeit in Buxheim folgte 1966 für sechs Jahre das Direktorat im Schülerheim „Stella Maris“ in Kempten. Für seine großen Verdienste um die Seelsorge an den jungen Menschen wurde er 1969 von Bischof Dr. Josef Stimpfle mit dem Ehrentitel „Bischöflicher Geistlicher Rat“ ausgezeichnet.

1972 übernahm P. Schäffler die Aufgabe des Direktors in Burghausen. Nach insgesamt 28 Jahren in Leitungstätigkeit war er bereit, wieder „einfachere“ Aufgaben in der Seelsorge zu übernehmen. So arbeitete er ab 1978 zunächst in der Pfarrseelsorge in Ensdorf mit, hielt weiterhin Exerzitien und Einkehrtage und übernahm im September 1980 den Dienst als Hausgeistlicher der Kneippschen Kinderheilstätte in Bad Wörishofen. Diese Aufgabe erfüllte er fast 20 Jahre lang. Neben der Seelsorge für die Kinder und die Schwestern der Einrichtung hielt er in diesen Jahren 40 Exerzitienkurse für Ordensgemeinschaften, viele Einkehrtage für
Pfarreien und betreute die Don Bosco-Familie in und um Bad Wörishofen.

Seit 1999 lebte P. Schäffler wieder im Marianum in Buxheim, widmete sich auch hohen Alter noch, so weit es ging, der Seelsorgsarbeit. Ein neues Herzensanliegen wurde für ihn in dieser Zeit die Sorge um die Kartause Buxheim. In sehr enger Abstimmung mit dem Heimatdienst Buxheim war er vor Ort, gab den vielen Besuchern genaue Auskunft und hielt spontan sehr sachkundige Führungen. Für seine Verdienste um die Kartause wurde er im Dezember 2009 mit der Bürgermedaille der Gemeinde Buxheim ausgezeichnet. Langsam aber ließen seine Kräfte in dieser Zeit nach.

Aufbauend waren für ihn in den letzten beiden Jahren nochmals die drei Jubiläen, die er mit vielen Menschen feiern konnte: 2009 feierte er sein 75jähriges Professjubiläum, 2010 seinen 95. Geburtstag und 2011 sein 70jähriges Priesterjubiläum. Im Herbst dieses Jahres entschloss sich P. Schäffler, in das Pflegeheim nach Legau umzuziehen, weil seine Kräfte jetzt sehr schnell abnahmen. Nach einem Krankenhausaufenthalt verstarb P. Siegfried Schäffler am 14. November 2011 in Memmingen. Sehr viel hat P. Schäffler in seinem Leben bewegt, viele seiner Ideen hat er umgesetzt – immer zum Wohl und zum Heil der Menschen. Neue Entwicklungen hat er gesehen und darauf reagiert. Wenn es notwendig war, frühere Entscheidungen und Maßnahmen neu zu bedenken und nötigenfalls zu korrigieren, hat er auch dies konsequent getan. Und als er später nicht mehr zu entscheiden hatte, hat er solche Korrekturen auch immer mitgetragen. Für ihn brauchte jede Zeit ihre eigenen Entscheidungen und ihre eigenen Maßnahmen.
Aber eines war für ihn immer klar: Unser Auftrag ist es, bei allem, was wir tun, den Menschen das Licht und die Freude der frohen Botschaft zu verkünden und zu bringen. Und das war sein Anliegen bis zum Lebensende. In vielen Gesprächen und Briefen, in vielen Ansprachen und Vorträgen war es immer der Kern seiner Botschaft: Wir haben eine frohe Botschaft zu verkünden. Davon ließ er nicht. Auf vielen möglichen Wegen versuchte er mit den Menschen in Kontakt zu sein und den Kern seiner Botschaft weiterzugeben: in Gesprächen, Telefonaten, vielen Briefen, kleine Schriften, die er verfasste. Und das war auch im Umgang mit ihm zu spüren. Ihm war der Bezug zu den Menschen, ob es seine Mitbrüder, seine Verwandten, seine vielen Bekannten oder auch Unbekannte waren, immer wichtig. Seine Freundlichkeit, seine Mitmenschlichkeit, seine Liebe zu den Menschen waren dabei kennzeichnend für sein Leben. Und dies machte ihn auch für viele zum gesuchten und anerkannten Beichtvater und Gesprächspartner, zum Freund und geistlichen Begleiter, zum Ratgeber und Seelsorger. Am Ende kann nur der Dank für dieses Leben stehen. Der große Dank an Gott, dass er diesen hervorragenden Menschen zum Priester und Salesianer berufen hat, dass er ihn so lange segensreich wirken ließ. Der Dank gilt aber auch P. Siegfried Schäffler selbst, der seinen Auftrag, den er von Gott bekommen hat, im Dienst an Gott und den Menschen so intensiv und ohne Schonung der eigenen Kräfte erfüllt hat. Der Herr wird ihm sicher all das Gute, das er getan hat, vergelten. Und die Gottesmutter, die er so sehr verehrte, wird mit Sicherheit seine Fürsprecherin bei Gott sein.


Die Salesianer Don Boscos                                        Die Verwandten
Provinzial P. Josef Grünner SDB, München                   Bruno Moser, Neffe,
Direktor P. Ulrich Schrapp SDB                                   Halblech
und alle Mitbrüder, Buxheim                                      im Namen aller Verwandten

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