Veröffentlicht am Dienstag, 24. Juli 2012 14:19
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Priesterjubiläum: P. Alois Haller SDB 60 Jahre Priester

i2012PHaller60Priesterjub06P. Alois Haller, der Senior der Salesianer Don Boscos in Deutschland und der Gemeinschaft im Marianum Buxheim, feierte am 28. Juni im Alter von 94 Jahren sein 60jähriges Priesterjubiläum im Pflegeheim St. Vinzent Legau.

Geboren 1918 in einer Eisenbahnerfamilie vom Münchner Nockherberg hatte er seinen ursprünglichen Berufswunsch „Lokführer“ zu Gunsten einer Schreinerlehre aufgegeben. Nach nur einem Jahr in der Lehre trat er 1933 zusammen mit rund 60 Spätberufenen in das Sales-Gymnasium in München ein. In den Jahren 1935 bis 1937 war Alois Haller bereits zum ersten Mal am Buxheimer Gymnasium anzutreffen. Von hier ging er dann in das Noviziat der Salesianer Don Boscos in Ensdorf in der Oberpfalz.

Als Sohn eines Beamten, der sich dem Parteieintritt erfolgreich widersetzt hatte und als Priesteramtskandidat der Salesianer Don Boscos erschien Haller den US-Behörden als demokratisch zuverlässig. Nach Studienjahren in Ensdorf und Benediktbeuern wurde er 1952 zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Einsätzen als Pfarrseelsorger war P. Haller von 1981 bis 1990 ein gefragter Katakombenführer in Rom. Im Herbst 1990 kam er wieder ins Marianum Buxheim und half in der Seelsorge der Umgebung mit. Seit eineinhalb Jahren lebt P. Haller auf Grund seiner körperlichen Verfassung in der Vinzenzpflege in Legau. Aber weiterhin beschäftigt er sich sehr intensiv und geistig sehr rege mit geschichtlicher und theologischer Lektüre.

Wir danken P. Haller herzlich für seinen Einsatz und gratulieren ihm zu seinem seltenen Jubiläum.

Impressionen von der Jubiläumsfeier:

 

Festpredigt von P. Xaver Berchtold SDB

Lieber Pater Alois, lieber Hausbewohner liebe Mitbrüder als Priester und lieber Diakon

Wir feiern heute mit dir Pater Alois Haller . Wir wollen alle mit dir Gott danken , dass er dich zum Priester gerufen hat.Du hast heute vor 60 Jahren dein Ja Wort gesprochen. Wir kommen zu dir alle Gemeinschaft der SDB in Buxheim, Sie sind ja deine Familie. Wir dürfen heute zu dir kommen an den Ort, wo du jetzt im Alter gut aufgenommen und betreut bist. Wir sind allen Mitarbeiter ´hier in der Seniorenbetreuung Vinzenz von Paul sehr dankbar. Und allen Bewohner des Hauses. Wir treffen uns immer wieder in der Gemeinschaft des Gebetes bei der Feier der Eucharistie. Wofür wir heute danken ist das Große, dass Gott Menschen ruft mit allen ihren Gaben und Fähigkeiten, und auch mit all ihre Ecken und Kanten. Entscheidend ist die Treue im Dienst.

Da richte ich den Blick auf den Heilgen des Tages die hl Petrus und Paulus. Verschiedener können Menschen nicht sein und doch zugleich ähnlich. Bei Petrus ist nur ein Ruf nötig und er folgt Jesus. Bei Paulus braucht es eine ganze Bekehrung, damit er vom Verfolger Jesus zu seinem Jünger wird. Jeder der beiden legt auf seine Weise Zeugnis ab. Petrus ist der beständige felsenfeste Apostel, Paulus der gewandte Lehrer für die Völker, für die Heiden. Beiden ist gemeinsam, Sie haben den Ruf erfahren und sind mit Eifer und Begeisterung ihrer Beruf nach gegangen.Sie haben uns großartige Zeugnisse hinterlassen, ihre Briefe.Diese beiden nennen wir Säulen der Kirche.

Sie sind dir besonders vertraut geworden im Leben. Eine wichtige Zeit deines Lebens und Wirkens warst du an den Stätten der Gräber, an den Katakomben in Rom, Das sind die Begräbnisstätten der frühen Christen: Du hast dort mit ganzer Hingabe und mit deinem Wissen und deinem Glauben Menschen unterwiesen und geführt. Da hat du an der Via Appia, an der Kirche „Quo vadis“ sicher selber manchmal erzählt,wie Petrus weggehen wollte, sich in Sicherheit bringen, weil er Angst hatte getötet zu werden. Da ist ihm Jesus erschienen und er stellte ihm die Frage: quo vadis, wohin willst du gehen. Das war die Frage auch an dich, an dein Leben. ES war die Frage wohl an das Leben eines jeden Priesters und an jeden von uns. Du hast wie Petrus Jesus die Treue gehalten.Du bist die verschiedenen Wege gegangen. Du machtest die Aufgabe, wohin du als Salesianer geschickt wurdest .Nach der Priesterweihe waren gar nicht so viele Stellen. Du warst in Ensdorf als fleißige Kaplan. Eine Gute Zeit war für dich die Zeit bei den Don Bosco Schwestern in Eschelbach. Bei uns in Buxheim warst du als beliebter Aushilfe Priester und Beichtvater, um nur einige zu nennen. Das war auch deine Zeit bei den Regens Wagner Schwestern in Lautrach.

Bei allem hast du in deinem Dienst als Priester erkannt:es ist dir wichtig, immer zu studieren und den Geheimnissen Gottes und der Kirche nachzugehen. Du bist belesen. Du hast deine Predigten und Ansprachen eifrig vorbereitet. Die Gabe deines guten Gedächtnisse hat uns manchmal erfreut, wenn du Gedicht wider gegeben hast und den alten Kaiser Barbarossa zitiert hast. Das Epos vom Jüngling in Dreizehn Linden war die sehr wichtig. Du liebst die Schriftstellen Peter Dörfler und Hans Carossa.

Jetzt hast du nach Krankheit und Behinderung ein eingeschränktes Leben, aber deine Gedanken gehen beim Lesen und im Gebet weit. Du hast das Haus hier in Legau gewählt, weil hier religiöser Geist ist, weil mehr Gottesdienst sind und gebetet wird, wie du festgestellt hast. So mündet dein priesterliches Wirken im Gebet für die andern und vor allem im Gebet um neue Berufe. Im stillen Opfer und in mancher Beschränkung spürst du das Kreuz.

Sogilt dir heute das Wort des Apostel Paulus an seinen Schüler Timotheus:Ich werde nun geopfert - Die Zeit meines Aufbruchs ist nahe: Ich habe den guten Kampf gekämpft den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt.“

Wir danken mit dir für deine Treue. Amen

 

Fürbitten